Diabetes

Diabetes mellitus wird eine Gruppe chronischer Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, deren gemeinsames Merkmal die Erhöhung des Traubenzuckers (Glukose) im Blut ist. „Diabetes“ ist griechischen Ursprungs und heißt übersetzt „Durchfluss“, „mellitus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „honigsüß“. Beides bezieht sich auf den Urin, der beim Diabetes süß ist und reichlich fließt (honigsüßer Durchfluss). Diabetes wird häufig auch als Zuckerkrankheit bezeichnet.

Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes. Beim Diabetes Typ 1 kann die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren, weil die Zellen zerstört sind. Beim Diabetes Typ 2 kann die Bauchspeicheldrüse zunächst noch Insulin produzieren. Die Insulinwirkung ist aber gestört (Insulinresistenz), deshalb produziert die Bauchspeicheldrüse mehr und mehr Insulin bis sie letztendlich erschöpft ist und kein Insulin mehr in ausreichender Menge herstellen kann.

Der Typ-2-Diabetes ist mit etwa 90 Prozent die weitaus häufigste Form. Der Typ-1-Diabetes ist mit etwa 5 Prozent die zweithäufigste Form. Daneben gibt es noch einige sehr seltene Diabetestypen, die vererbt oder durch Medikamente bzw. andere Erkrankungen ausgelöst werden.

 

Wie Diabetes erkennen?

Allgemeine Symptome

– Leistungsminderung, Müdigkeit
– Erhöhte Urinausscheidung → Quälender Durst
– Wadenkrämpfe, Juckreiz
– Sehstörungen: häufig Kurzsichtigkeit
– Diabetische Gesichtsröte
– Hautauffälligkeiten an beiden Unterschenkeln (Necrobiosis lipoidica)
– Potenzstörungen
– Ausbleiben der Menstruation
– Bei absolutem Insulinmangel: Gewichtsabnahme

Symptome beim Diabetes mellitus Typ 1
Die Entwicklung erfolgt rasch und betrifft meist junge Patienten. Ein sogenanntes diabetisches Koma ist möglich, diese Übersäuerung des Blutes führt zur Bewusstlosigkeit und kann lebensbedrohlich sein. Es ist oft der erste Grund für eine Einlieferung ins Krankenhaus, wo der Diabetes zum ersten Mal diagnostiziert wird.

Häufig tritt der Diabetes Typ 1 im Anschluss an eine Virusinfektion auf.

Symptome beim Diabetes mellitus Typ 2
Eine schleichende, oft unbemerkte, Entwicklung bei meist älteren Patienten führt dazu, dass die Diagnose häufig ein Zufallsbefund ist.

Wann auf Diabetes testen?
Bei erhöhtem Risiko, typischen Symptomen oder auffälligem Gelegenheitsblutzucker sollte auf Diabetes getestet werden.

Wo Diabetes Test machen?
Bei einem Verdacht sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden, der entsprechende Tests machen kann.

Welcher Diabetes ist schlimmer?
Diabetes mellitus Typ 1 und 2 sind zwei unterschiedliche Krankheiten, von denen keine als schlimmer als die andere eingestuft werden kann. Gemeinsam ist beiden, dass es zu schweren Folgeerkrankungen kommen kann, wenn sie langfristig unzureichend behandelt werden. Da aber der Typ-1-Diabetes meist junge Patienten betrifft, besteht folglich ein längerer Zeitraum in denen Folgeerkrankungen auftreten können.
Die langfristige Qualität der Blutzuckereinstellung bestimmt das Risiko für Folgeerkrankungen. Sprich mit einer guten Einstellung kann das Risiko für Folgeerkrankungen gesenkt werden. Siehe: Warum ist Diabetes so gefährlich.

Warum ist Diabetes so gefährlich?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Blutgefäße, Nerven, Herz, Nieren und die Augen. Folgen des Diabetes sind deshalb Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindungen, Amputationen, Infektionen, Nierenversagen und Impotenz, um einige Folgekrankheiten zu nennen. 

Wie kann man Diabetes verhindern?
Das Risiko auf 0% zu verringern ist nicht möglich, allerdings kann es durch körperliche Aktivität, Reduzierung des Gewichts bei Übergewicht und einer ausgewogenen Ernährung reduziert werden.

Warum Diabetes bei Adipositas (Fettleibigkeit)?
Fettzellen sind nicht nur Energiespeicher, sie geben zum Teil auch selbst Stoffe in den Organismus ab z.B. Adipokinine, die eine Insulinresistenz der Zellen fördern können. Dazu kommt, dass Bewegungsmangel speziell die Wirkung von Insulin auf die Muskelzellen vermindert.
Eine ungesunde Ernährung kann die beanspruchte Bauchspeicheldrüse zusätzlich belasten, vor allem süße Lebensmittel verursachen einen dauerhaft erhöhten Insulinspiegel, der ebenfalls zu einer Resistenz der Zellen beitragen kann. Menschen mit stammbetonter Fettverteilung sind laut Studien besonders anfällig für Stoffwechselstörungen.

Welcher Diabetes ist vererbbar?

Sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes haben eine erbliche Komponente.
Typ-1-Diabetes:
Sind beide Eltern Diabetiker liegt das Risiko der Kinder bei 20%.
Typ-2-Diabetes:
Ist ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko der Kinder für einen späteren Diabetes bei bis zu 50%.

Fazit: Typ 2-Diabetes hat ein höheres erbliches Risiko.

Diabetes was essen?
Kurz gesagt: Eine Diabetes-gerechte Ernährung entspricht weitestgehend einer ausgewogenen vollwertigen Mischkost, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Stark schwankende Blutzuckerspiegel sollten vermieden werden. Insbesondere beim Typ-1-Diabetes müssen die Mahlzeiten und Sport an ein Insulintherapieschema angepasst werden. Bei übergewichtigen Patienten ist eine Gewichtsreduktion ein wichtiger Teil der Behandlung des Typ-2-Diabetes.

Wie Diabetes testen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, bei einem Verdacht auf Diabetes mellitus zu testen.

  1. Blutzuckerbestimmung

Diabetes kann mithilfe der Bestimmung des Glukosegehalts im Blut getestet werden. Der Nüchternblutzucker ist der entscheidende Test für die Diagnose und auch für die Therapiekontrolle. Nüchtern bedeutet in diesem Fall, dass der Patient 8 Stunden zuvor nichts gegessen hat.

  1. Bestimmung von HBA1c

Mittels der Bestimmung des HBA1c-Spiegels in Prozent kann eine Aussage über den Blutglukosespiegel der letzten zwei bis drei Monate getroffen werden. HBA1c entsteht, wenn sich Glukose am roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) anheftet. Bei hohem Glukosespiegel entsteht dementsprechend mehr HBA1c, das für eine Zeit von etwa 120 Tagen nachgewiesen werden kann.

  1. Bestimmung der Glukose im Urin

Im Urin ist normalerweise, verglichen mit dem Blut, wenig Glukose zu finden. Überschreitet die Blutglukose allerdings einen kritischen Wert, schafft es die Niere nicht mehr, die Glukose zurück ins Blut zu transportieren und sie wird mit dem Harn ausgeschieden. Mit einem Urinteststreifen wird die Glukose im Urin bestimmt und kann ab bestimmten Werten auf einen Diabetes mellitus hindeuten.

  1. Oraler Glukosetoleranztest

Auch mit dem oralen Glukosetoleranztest kann ein Diabetes diagnostiziert werden. Dabei wird dem Patienten eine definierte Menge von Glukose mittels eines Getränks verabreicht. Die Testlösung enthält 75 g Glukose in etwa 250 ml Wasser gelöst. Die Blutzuckerbestimmung erfolgt nüchtern und zwei Stunden nach der Zuckeraufnahme. Indiziert ist der Test bei unklaren Fällen und allen Schwangeren in der 24.-28. Woche

 

Warum Diabetes in der Schwangerschaft?
Hormonveränderungen in der Schwangerschaft können die Insulinproduktion stören und so zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen.
Außerdem ändert sich der Insulinbedarf im Laufe der Schwangerschaft.

Wann Diabetes Test Schwangerschaft?
Bis zur 24. Schwangerschaftswoche sollte bei Patienten mit Risikofaktoren eine Bestimmung des Nüchternblutzuckers erfolgen.
Ab der 24. bis zur 28. Schwangerschaftswoche wird bei allen Schwangeren ein oraler Glukosetoleranztest empfohlen.

Quellen:
-https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/therapie/blutzuckerkontrolle/index.html
-Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
-https://amboss.miamed.de