Alkohol

Alkohol

Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. Alkohol begleitet uns schon Jahrhunderte durch gute wie durch schlechte Zeiten.
Doch was ist eigentlich gemeint, wenn man von dem Alkohol spricht? Streng genommen sind alkoholhaltige Getränke gemeint.
Der Trinkalkohol ist das chemische Molek√ľl Ethanol und ist in jedem Getr√§nk gleich. Die Stoffe, die beigemischt sind, geben dem alkoholischen Getr√§nk den ganz spezifischen Geschmack.

Welcher Alkohol hat wenig Kalorien?
Das Molek√ľl Ethanol, welches der eigentliche Alkohol in dem alkoholischen Getr√§nk ist, hat immer gleich viele Kalorien.
Zum Vergleich:
1g Alkohol (Ethanol)               29 kJ (7kcal)
1g Kohlenhydrate                  17 kJ (4kcal)
1g Proteine                            17 kJ (4kcal)
1g Fett                                   37 kJ (9 kcal)

 

Der Kaloriengehalt der konsumierten alkoholischen Getränke setzt sich also zum einen aus der konsumierten Ethanolmenge zum anderen aus den beigemischten Inhaltsstoffen zusammen.
Hochprozentiger Alkohol, der pur getrunken wird, enthält verhältnismäßig wenige Kalorien.
Hochprozentiger Alkohol, der mit Cola, Softdrinks oder Säften gemischt wird, lässt die Kalorienanzahl nach oben schießen.
In Bier sind viele Kohlenhydrate enthalten, wodurch auch Bier einen recht hohen Kaloriengehalt aufweist. Zusätzlich ist in Bier nur ca. 5% Alkohol enthalten, sodass der Biertrinker oft noch zum zweiten, dritten oder gar vierten Bier greift um auf seinen Pegel zu kommen.
Wein ist hochprozentiger als Bier und zus√§tzlich sind in Wein recht viele Kohlenhydrate enthalten. Das ‚ÄěPositive‚Äú an Wein ist, dass mengenm√§√üig meist nicht so viel getrunken wird wie vom Bier.
Zusätzlich zu den Kalorien, die durch den Alkohol konsumiert werden, kommen oft Chips, kleine Snacks oder der Döner nach dem Feiern hinzu. Bei exzessivem Alkoholgenuss kommt man somit sehr schnell auf eine hohe Kalorienzahl.

Welche Menge Alkohol ist unbedenklich?
In der Medizin gibt es klar definierte Werte, ab wann Alkoholkonsum als riskant eingestuft wird. Riskant bedeutet in diesem Zusammenhang, dass bei dem Konsum von den angegebenen Mengen oder mehr vermehrt Organschäden entstehen und eine Abhängigkeit entstehen kann.
F√ľr M√§nner sind Alkoholkonsum von mehr als 40g/d und f√ľr Frauen Alkoholkonsum von mehr als 20g/d als riskant angegeben.
Bespielhaft daf√ľr: 20g Alkohol entspricht ca. ein 0,5 L Bier, 0,25 L Wein oder 60ml Wodka/Whiskey (40 Vol. %)

Was passiert wenn man Alkohol trinkt?
Jeder, der schon einmal Alkohol getrunken hat, weiß was der Alkohol macht.
Es ist bekannt, dass Alkohol gelassener, redefreudiger und geselliger macht, allerdings nur bis zu einem bestimmten Grad.
Alkohol setzt im Gehirn Botenstoffe frei, die zum Belohnungssystem gehören. Das sind unter anderem Dopamin, Serotonin und Endorphine.
In der Medizin unterteilt man drei Zust√§nde, die nach dem Alkoholverzehr auftreten und sich an den Promillewerten des Blutalkohols orientieren. (Promille bedeutet: Wie viele Anteile der Alkohol von dem gesamten Blutvolumen ausmacht. ‚Äěmille‚Äú steht dabei f√ľr Tausend analog zu ‚Äězent‚Äú bei Prozent f√ľr 100… BSP.: Hat man also ‚Äě1,5 pro mille‚Äú bedeutet dies: Im Blut sind 1,5 Anteile Alkohol und 998,5 Anteile restliche Blutbestandteile)

Der erste Zustand ist von 0,5-1,5 ‚Äį angegeben und geht mit den geselligen Eigenschaften des Alkohols einher. Es sind gesteigerter Antrieb, eine gesteigerte Stimmung mit leichter Enthemmung und Rededrang sowie mangelnde Kritikf√§higkeit beschrieben. Ebenso treten schon die ersten Gang- und Standunsicherheiten auf und es kommt zu einer Hautr√∂tung mit einer erh√∂hten Herzfrequenz.

Der zweite Zustand ist von 1,5-2,5 ‚Äį angegeben und geht mit deutlich st√§rkeren Beeintr√§chtigungen einher. Es kommt zu einer ausgepr√§gten Enthemmung, die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsf√§higkeit ist extrem eingeschr√§nkt und es wird begonnen lallend zu sprechen. √úbelkeit mit teilweise Erbrechen tritt auf. Des weiteren wird die Gangunsicherheit st√§rker, und erste sogenannte ‚Äěamnestische‚Äú L√ľcken, oder auch Hochdeutsch: Filmriss/Blackout, entstehen.

Der dritte Zustand ist ab einem Alkoholspiegel von √ľber 2,5 ‚Äį definiert. Es kommt zu einer verf√§lschten Wahrnehmung der Realit√§t, Illusionen werden gesehen. Extreme Gangunsicherheiten verbunden mit starkem Schwindel f√ľhren zu St√ľrzen.
√úber der Grenze von 2,5 ‚Äį ist auch der √úbergang in ein alkoholisches Koma m√∂glich, in dem der Betroffene seine Umgebung kaum noch wahrnimmt, erloschene Schutzreflexe aufweist und obendrein vergisst zu atmen. In diesem Stadium werden die Alkoholtrinkenden meisten vom Krankenwagen abgeholt, finden sich am n√§chsten Morgen in einem Bett im Krankenhaus wieder und wundern sich, wo sie sind.

 

Wie viele Menschen leiden an Alkoholabhängigkeit in Deutschland?
In Deutschland leiden ca. 2-4- Millionen an einer Alkoholabhängigkeit. Um diese Zahlen zu visualisieren: Das sind zwischen 2-5% der deutschen Bevölkerung. Einer von 20 könnte statistisch also alkoholabhängig sein.
Wann genau ein vermehrter Alkoholkonsum als Abhängigkeit zu definieren ist, ist umstritten. Ebenso ist es sehr schwer genaue Zahlenangaben zu finden, da die Dunkelziffer extrem hoch ist.

Warum wird man rot, wenn man Alkohol trinkt?
Alkohol bewirkt eine periphere Vasodilatation, was ein subjektives Gef√ľhl von W√§rme bewirkt. Dieses subjektive W√§rmegef√ľhl kann im Gegensatz zur tats√§chlichen Umgebungstemperatur stehen, was zu Fehleinsch√§tzungen und Unterk√ľhlung f√ľhren kann

Warum muss man sich von Alkohol √ľbergeben?
Alkohol wirkt schnell im Gehirn. Zun√§chst werden belohnende Stoffe ausgesch√ľttet. Je h√∂her die Blutkonzentration des Alkohols wird, desto mehr wirkt der Alkohol im Gehirn aber auch auf das ‚ÄěBrechzentrum‚Äú und die Gleichgewichtsorgane. Dadurch kommt es zum direkt ausgel√∂sten Brechreiz √ľber das Brechzentrum und zum indirekt ausgel√∂sten Brechreiz √ľber den Schwindel

Welches Enzym baut Alkohol ab?
Das Enzym, das Alkohol abbaut, hei√üt Alkoholdehydrogenase und befindet sich vorwiegend in der Leber. Aus Ethanol wird Acetaldehyd. In weiteren Stoffwechselwegen wird Alkohol dann entweder zur Energiegewinnung oder zur Energiespeicherung in Form von Fettzellen genutzt. Oft kommt es zum Letzteren. Ein Mangel des Folgeenzyms, der Aldehyddehydrogenase f√ľhrt zu einer Akkumulation von Acetaldehyd und sorgt f√ľr einen ‚ÄěKater‚Äú am n√§chsten Tag.

Bei einigen Personen aus dem asiatischen Raum liegt ein Gendefekt vor, der mit einer verminderten Alkoholvertr√§glichkeit einhergeht. Urs√§chlich daf√ľr ist ein Defekt in dem Gen, das f√ľr die Enzyme Alkoholdehydrogenase oder/und Aldehyddehydrogenase kodiert.
Auf Deutsch: Es besteht ein Enzymmangel.
Dadurch kommt es zur Ansammlung der Zwischenabbauprodukte des Alkohols und es kann u.a. zu Gesichtsröte, Kopfschmerzen, Atemnot, Kreislaufproblemen, Magenproblemen, Durchfall und Überwärmung kommen.

 

Wie schadet Alkohol?
Alkohol schadet in unterschiedlich gro√üen Mengen dem K√∂rper auf viele Arten. Einige kurzfristige Arten sind hier schon beschrieben. Langfristige Sch√§den von Alkohol sind mannigfaltig und k√∂nnen bis zum Tode f√ľhren. Hier soll daher nur ein kurzer √úberblick erfolgen.

Durch chronischen Alkoholkonsum kommt es zu einer Leberschädigung, die mit einem gravierenden Funktionsverlust einhergeht.

Es kommt zu einer Malnutrition. Das bedeutet, dass ein N√§hrstoffmangel im K√∂rper entsteht. Alkoholiker vergessen oft zu essen, ern√§hren sich extrem einseitig oder haben nicht genug Geld f√ľr Nahrung und Alkohol. Im schlimmsten Fall sind Leber und andere Organe schon soweit gesch√§digt, dass eine Verwertung der N√§hrstoffe im K√∂rper nicht mehr erfolgen kann.

Des weiteren kommt es zu psychischen Problemen und h√§ufig zu sozialem R√ľckzug.

 

Alkohol ist schlecht f√ľr den Muskelaufbau. Aber warum ist Alkohol eigentlich schlecht f√ľr den Muskelaufbau?
Zu 100% stimmt diese These nicht.
Wer nach dem Sport ein 0,5l-Bier trinkt, zerst√∂rt nicht automatisch den zuvor bewirkten Trainingserfolg. Wer aber mehr trinkt, geht das Risiko ein seinen Trainingsfortschritt in einen Trainingsr√ľckschritt umzuwandeln.
Nach dem Sporttraining ist der K√∂rper in einer Stresssituation und bedarf vieler N√§hrstoffe um sich wieder zu regenerieren und ‚Äěst√§rker‚Äú zu werden.
Zu viel Alkohol hemmt viele der Prozesse, die der K√∂rper f√ľr die Regeneration ben√∂tigt.
Alkohol senkt den Testosteronspiegel und verringert somit das muskelwachstumsfördernde Potential von Testosteron.
Auf der anderen Seite bewirkt Alkohol, dass vermehrt Cortisol ausgesch√ľttet wird. Cortisol wird nicht muskelaufbauend, sondern eher gegenteilig. Zus√§tzlich schw√§cht Cortisol die Funktion des Immunsystems, wodurch der K√∂rper Infekt anf√§lliger wird.
Alkohol hemmt die Aufnahme und bestimmte Stoffwechselwege von verschiedenen Vitaminen, die zum Muskelaufbau ben√∂tigt werden. Insbesondere sind die Vitamine der Reihe ‚ÄěVitamin B‚Äú betroffen.

Alkohol wirkt √ľber die Hemmung des Hormons Vasopressin (Antidiuretisches Hormon) entw√§ssernd. Mit dem vermehrten Urinverlust kommt es auch zu einer vermehrten Mineralienausscheidung (Kalium/Natrium/Calcium etc.). Mineralien spielen bei so gut wie allen K√∂rperfunktionen eine wichtige Rolle.
Alkohol erweitert die Blutgef√§√üe, wodurch es zu einer Unterk√ľhlung des K√∂rpers kommt. Die Energie, die der K√∂rper ben√∂tigt um die K√∂rperkerntemperatur konstant warm zu halten, fehlt somit an anderer Stelle f√ľr den Muskelaufbau.

Warum bin ich nach dem „Saufen“ immer krank?
Hierf√ľr ist meist eine Kombination aus vielen Gr√ľnden verantwortlich. Die im Abschnitt ‚ÄěAlkohol und Muskelaufbau‚Äú aufgez√§hlten Auswirkungen des Alkohols spielen auch bei dem Erkranken eine gro√üe Rolle.
Hinzu kommt oft fahrlässiges Verhalten wie z.B. im Winter im T-Shirt aus dem Club in die nächste Bar laufen oder mit offener Jacke nach Hause torkeln.

 

Warum macht Alkohol aggressiv?
Es ist nicht abschlie√üend gekl√§rt warum Alkohol aggressiv macht. Bekannt ist allerdings, dass unter Alkoholeinfluss vermehrt M√§nner aggressiv werden. Ebenso neigen Personen, die in Konfliktsituationen schnell aggressives Verhalten zeigen, zu einer erh√∂hten Aggressionsbereitschaft unter Alkoholeinfluss. Personen, die im Verwandten- oder Freundeskreis oft Aggressivit√§t unter Alkoholeinfluss erlebt haben, nehmen unterbewusst an, dass dieses Verhalten normal sei und √ľbernehmen dieses Verhalten h√§ufig.

Wann Alkohol nach Antibiotika?
Eine pauschalisierte Antwort gibt es nicht. Antibiotika sind Medikamente, die bei bakteriellen Infektionen zur Bek√§mpfung der Bakterien eingesetzt werden. Dabei werden manche Antibiotika prim√§r √ľber die Leber verstoffwechselt und andere √ľber die Niere. Bei Antibiotika, die √ľber die Leber verstoffwechselt werden, wird eine strikte Alkoholabstinenz empfohlen.
Generell sollte w√§hrend einer Erkrankung der Alkoholkonsum vermieden werden aus den oben bereits genannten Gr√ľnden.
Wenn die Antibiotikatherapie vorbei ist (Antibiotikatherapie beenden und nicht vorzeitig aufhören), kann in der Regel ca. 3 Tage später auch wieder, mehr oder minder bedenkenlos, Alkohol konsumiert werden.

 

Welcher Alkohol macht keine Fahne?
In einschlägigen online-Foren ist gehäuft die Antwort Wodka zu finden.

Was ist zu vermeiden beim Alkoholkonsum?
РKein Paracetamol einnehmen oder andere leberschädlichen Medikamente!

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