Famulaturen

 

Im Rahmen des klinischen Abschnittes des Studiums vom 3-5 Studienjahr ist vorgesehen, 120 Tage Famulaturzeit abzuleisten.

Je nach Uni gibt es gewisse weitere Vorgaben, die die Ableistung der Famulatur weiter spezifizieren. Magdeburg z.b. gibt 30 Tage Famulaturzeit beim Hausarzt als Pflicht vor. Diese Vorgaben varriieren von Uni zu Uni und bei spezifischen Standortfragen könnt ihr euch auf den Unieigenen Internetseiten informieren.
Famulus kommt aus dem lateinischen und bedeutet Knecht. Die Famulatur bedeutet im √ľbertragenden Sinne also die Knechtschaft.

Naja ganz so schlimm ist es nicht, fr√ľher war es vielleicht anders.

 

Ich habe durchweg sehr sehr postive Famulaturerfahrungen gemacht.

  1. Famulatur plastische Chirurgie (2 Wochen)
  2. Famulatur Hausarzt Plfichtfamulatur (6 Wochen)
  3. Deutsche √Ąrzte Zentrum auf Teneriffa (2 Wochen)
  4. √Ąsthetische Chirurgie in Hamburg (4 Wochen)
  5. Dermatologie Magdeburg (4 Wochen)

Ich habe also knapp zwei Wochen zu viel gemacht.

Die erste Famulatur ist wohl die aufregendste Famulatur. Man l√§uft das erste mal nur mit den √Ąrzten mit und √ľbernimmt auf Station √§rztliche Aufgaben, wie Blutabnehmen und Braun√ľlen legen und m√∂glicherweise auch schon Aufnahmegespr√§che f√ľhren.
Man darf im OP assistieren, Haken halten, Fragen stellen und wenn man sich gut anstellt, sogar schon das ein oder andere mal nähen.

 

Bevor ich jetzt zu jeder Famulatur etwas einzeln schreibe, möchte ich lieber etwas generelles zu Famulaturen sagen.

Man Sollte die Chance der Famulatur nutzen um Einblicke in Fächer zu gewinnen, die einen interessieren!
Jede Famulatur, die ich mir selber ausgesucht habe hat mir extrem viel gebracht. √úberall wurde ich sehr sehr freundlich aufgenommen, mir wurde super viel Medizinisches gezeigt und erkl√§rt und alle √Ąrzte haben sich gefreut mir etwas beizubringen.

Die Hausarztfamulatur war f√ľr 4 Wochen Pflicht. Da ich nebenbei an meiner Promotion gearbeitet habe und meist sehr fr√ľh entlassten wurde, habe ich auf 6 Wochen verl√§ngert. Dennoch habe ich hier am wenigsten gelernt.

Das hing mit unter an meiner Eigenemotivation die ich an den Tag gelegt habe, aber auch daran, dass ich den Hausarzt genommen habe, der am nächsten an meiner Wohnung war. Dieser hatte nur ein Behandlungszimmer und Sprechzeiten bis 11:30 Uhr, also konnte ich keine Voruntersuchungen o.ä. machen und wurde in den meisten Fällen auch zeitig entlassen.
Die Aussage von dem Ganzen soll sein, dass in jeder Famulatur sehr viel zu lernen ist! Die allermeisten √Ąrzte haben gro√üe Lust Studenten etwas beizubringen, allerdings nur, wenn der Student auch dementsprechend motiviert ist.

Es ist zum empfehlen in jeder Famultur eine hohe Motivation an den Tag legen und es kann maximal von der Famulatur profitiert werden.
Famulaturen bieten weiterhin die Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Diese Chance sollte der Auslandsinteressierte unbedingt nutzen!

F√ľr mich hat sich nicht best√§tigt, dass an der Uniklinik am meisten gelehrt und gelernt wird. Eher im Gegenteil. Oft bekommt dem Famulus an kleinen Krankenh√§usern mehr Aufgaben und wird st√§rker in das Team integriert. Aus eigener Erfahrung m√∂chte ich behaupten, dass man beim Ultraschallen oder bei Anamnese Gespr√§chen 100 mal daneben sitzen kann um zu zu schauen, doch der Lerneffekt setzt erst richtig ein, wenn man es tats√§chlich selber macht.

 

Auch die Famulatur in der Niederlassung lohnt sich und sollte nicht venrachlässigt werden!
Famulaturen sind die fast einzige M√∂glichkeit Einblicke in den Praxisalltag zu bekommen. Komisch eigentlich, wenn man sich √ľberlegt, dass ein gro√üer Teil der Mediziner irgendwann in die Niederlassung geht.

In der Niederlassung habe ich pers√∂nlich sehr viel √ľber verschiedene Lebenseinstellungen, Arbeitseffektivit√§t, Life / Work Balance, Vor- und Nachteile von Krankenhaus und Niederlassung und vieles mehr gelernt. Wer das Gl√ľck hat viel Kontakt mit dem Praxischef zu haben, kann auch hier sehr viel lernen. Viele Praxischefs sind vorher Oberarzt im Krankenhaus gewesen und haben zus√§tzlich teilweise extrem inspirierende Lebensgeschichten zu erz√§hlen.