Lernen

*Dieser Blogpost entstand in einer bezahlten Kooperation mit Olympus.

 

Wie lernt man richtig? Was sind die besten Lerntechniken?

Wie viel muss man im Studium wirklich lernen??! - Viel mehr dazu im Blogpost Vorklinik vs Klinik .

Im Folgenden schildere ich überwiegend Lerntechniken, die Ich während des Studiums genutzt habe.

Vorwort

Vorab; Es gibt sehr viele verschiedene Lerntechniken, die alle richtig sein können und zum Ziel führen. Jeder muss für sich selber herausfinden, welches die richtigen Lerntechniken sind und womit er/sie am besten klar kommt.
Bevor es los geht, möchte ich betonen, dass es extrem wichtig ist sich vor dem Lernen einen Plan zu machen, was überhaupt gelernt werden muss. Lernt man für die Prüfung? Oder ist der eigene Anspruch so hoch, dass für das Leben gelernt werden soll.
Auch wenn für das Leben lernen natürlich eine sehr schöne Idee ist, haben sich die allermeisten meiner Kommillitonen primär für das Lernen für die Klausuren entschieden.
SICHTET DAS LERNMATERIAL BEVOR ES LOS GEHT!!!!! Nutzt die Zeit efffektiv und lernt das Wichtige, die restliche Zeit, die dann überbleibt, kann zum Eisessen, Pizzaessen und Sport machen, zum Lernlückenauffüllen oder zum andersweitig Weiterbilden genutzt werden.

Ganz wichtig.: Informiert euch vor den Prüfungen bei Kommilitonen aus den höheren Semestern wie schwer und wie lernaufwändig die verschiedenen Prüfungen waren, welche Themen wurden besonders häufig abgefragt.

Einen dezenten Verweis auf das Paretoprinzip finde ich hier noch angebracht. Es folgt der  80% 20% Regel (80 % des Gesamtergebnis können mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden) Ein Prinzip aus der Wirtschaft, aber viele behaupten eine universelle Anwendbarkeit. Wikipedia Link

 

Abhängig von Studienstandort wird schon in der Studienzeit viel „gekreuzt“. „Kreuzen“ bedeutet eine Prüfung mit Multiple Choice Antworten zu schreiben. Auf diese Art von Prüfungen bereitet man sich am sinnvollsten mit Lernprogrammen wie Amboss oder Thieme online etc. vor. Ich selber habe mit beiden gelernt, da Amboss erst gegen Ende meines Studiums eingeführt wurde. Amboss finde ich persönlich deutlich besser aufgebaut.

Los geht’s..

 

Es gibt verschiedene Lerntypen. Im groben wird zwischen dem visuellen Lerntyp, dem auditiven Lerntyp, dem motorischen Lerntyp und dem kommunikativen Lerntyp unterschieden.
Auf diese Gliederung möchte ich nicht im Detail eingehen. Bei interesse kann hier nachgelesen werden (erste gute Google Search Seite).

 

Den visuellen Lerntyp würde ich weiterhin unterscheiden in den Bild- und Videotyp und den Texttyp.
Um kurz zu verdeutlichen, dass jeder unterschiedlich lernt, folgt ein Beispiel.
Sehr eindrücklich kann man dies am Beispiel des Fachs Anatomie erklären. Anatomie ist eines der Hauptfächer der Vorklinik und sehr, sehr umfangreich. Jeder einzelne Muskel, jedes Gefäß und jeder Nerv muss für das regionspezifische Testat auswendig gelernt werden.

[Bild von der Dualen Reihe]

 

Hierfür gibt es zum einen hervorragende Bücher, die die Lagebeziehungen aller oben genannten Strukturen zueinander in Textform beschreiben.. (damit kann ich überhaupt nichts anfangen)
Zum anderen gibt es sehr gute Atlanten, die die anatomischen Strukturen bildlich darstellen und mit kurzen prägnanten Texten das Wichtigste zusammen fassen. (Damit kann ich einiges anfangen). Prometheus war der Atlas mit dem ich gelernt habe und diesen kann ich ohne zu zögern, guten Gewissens weiter empfehlen.

Für mich galt es während des gesamten Studiums also immer Bücher zu suchen, die Abbildung hatten (Bilderbücher 🙂) und nicht zu lang waren.
Meine To Go Bücherreihe war entweder „Endspurt Skripte“ von Thieme oder „Basics“ von Elsevier.
Es gibt noch eine andere Reihe von Kurzlernbüchern, die sich „Medi Learn Skripte“ nennt – damit konnte ich persönlich wenig anfangen.

Manche Inhalte muss man einfach stumpf auswendig lernen wie z.B. den Citratzyklus in Biochemie.
Manche Dinge lernt man besser, wenn man sie praktisch übt oder durchspricht.
Biochemie habe ich wie Vokabeln gelernt. Immer und immer wieder die verschiedenen Zyklen aufgeschrieben bis sie saßen
Chemie und Pharmakologie genauso.

Generell muss man in der Vorklinik (ersten 2 Jahre) sehr viel auswendig lernen.


In der Klinik angekommen, gab es jedoch immer weniger Fächer
, in denen man wirklich 100% stumpf auswendig lernen musste. Mittlerweile war es tatsächlich von Vorteil, wenn ab und an die eine oder andere Sache verstanden wurde.
Für Pharmakologie, Mikrobiologie etc. musste man noch ziemlich viel stumpf Aauswendiglernen. Für Fächer wie Chirurgie, Orthopädie, die kleinen Fächer etc. dann aber auch etwas verstehen. Es gibt in jedem Fach 10-100 Fakten, die man sich nicht wirklich herleiten kann und auswendig lernen muss, aber deutlich entspannter als in der Vorklinik.
Prägnante Infos und Abläufe - z.B. die Narkoseeinleitung der Anästhesie habe ich mir auf White Boards oder Zettel geschrieben, sodass sie immer sichtbar waren.

Da ich Themen besser verstehe, wenn ich sie durchspreche, habe ich sehr viel mit Partnerarbeit gearbeitet.

Doch wenn der Partner mal nicht da war und es schneller alleine ging, habe ich viel mit Diktierfunktionen gelernt.
So habe ich mich zum Beispiel für die praktische Prüfung der Orthopädie (mündliche und praktische Fähigkeiten demonstrieren) beim Sprechen selber aufngenommen. Ich habe die verschiedenen Gelenke laut beschrieben, die möglichen Tests erklärt und mich dabei aufgenommen. Danach habe ich die Aufnahme angehört und auf Fehler geachtet. Wenn alles OK war – meist nach dem zweiten Versuch – habe ich die Aufnahme vorerst zur Seite gelegt. Zum späteren Zeitpunkt habe ich dann bei Aktivitäten wie Putzen oder Kochen das Ganze nochmal angehört und so passiv die Tests "gelernt".
In Fächern, in denen man mündlich geprüft wird, keine schlechte Sache.

Zu Beginn habe ich viel mit dem Handy aufgenommen. Kürzlich habe ich angefangen mit den Diktiergeräten von Olympus zu diktieren. Mehr dazu hier.
Der wohl größte Vorteil für mich ist die Voice-Erkennungssoftware (Dragon NaturallySpeaking for Mac). Somit kann ich diktierte Dateien am Computer in Textform umwandeln. Dann kann man das Ganze ausdrucken und die wichtigsten Passagen markieren.
In meiner neuen Welt des „Bloggens“ ist das Feature der Spracherkennungssoftware auch extrem nützlich, so kann ich beim Autofahren Blogposts diktieren/„schreiben“.. tut hier aber wenig zur Sache.

 

 

Eine weiterer wichtiger Teil des Lernens im Studium sind praktische Fähigkeiten, auch wenn diese nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Hierzu kann man sich mit Freunden treffen und z.B. die Auskulation des Herzens üben oder orthopädische Tests zur Einschätzung der Gelenkbeweglichkeit üben.

Für das Erlernen praktischer Fähigkeiten gibt es weiterhin an den meisten Unis spezielle Kurse die von Kommilitonen höherer Semester geleitet werden. Hier können zum Beispiel die vernöse Blutentnahme erlernt werden, Grundkenntnisse über das chirurgische Nähen, EKG Kurse, möglicherweise Ultraschall und viele andere Dinge (je nach Uni unterschiedlich). Das sind alles Fähigkeiten, die man für die Prüfungen nicht wirklich braucht, die einem allerdings im Klinikalltag bei Famulaturen oder im Praktischen Jahr weiter helfen.

 

Ich hoffe hiermit konnte ich einen kleinen Überblick über die verschiedenen Methoden geben, die ich benutzt habe.