• Mein Praktisches Jahr in der Dermatologie im Klinikum Bremen-Mitte

 

 

Wie ist es zu meiner Wahl gekommen ein Tertial des praktischen Jahres „freiwillig“ in der Dermatologie zu verbringen?
In meinem Blogpost zum Thema „ Warum finde ich die Dermatologie so interessant“ habe ich schon ausfĂŒhrlich beschrieben, wie es fĂŒr mich zu der Wahl der Dermatologie kam. Hier nochmal kurz zusammen gefasst.

Kurz - sehr sehr vielfÀltig.:
- Konservativer Teil
- Chirurgischer Teil
- Tagesklinischer Teil
- Durchweg super freundliche Arbeitskollegen
- Forderndes Fach mit komplexen Krankheitsbildern und oft vielen Nebendiagnosen und internistischen Krankheitsbildern
- „humane“ Arbeitszeiten fĂŒr die Medizin
- Möglichkeit der Niederlassung

 

In der Vorbereitung auf das Praktische Jahr im Medizinstudium steht man zunĂ€chst vor einem undurchsichtigen Dschungel von verschiedenen Bewerbungsportalen mit unterschiedlichen Fristen, unzĂ€hligen Erfahrungsberichten, die sich zum Teil stark widersprechen und ganz verschiedenen Bewerbungsverfahren. In der Schweiz muss man sich ca. 1-2 Jahre vor dem PJ um einen Platz bewerben. In Deutschland hingegen ist eine Bewerbung an den meisten großen LehrkrankenhĂ€usern erst wenige Monate vor dem Start des Praktischen Jahres möglich.

Im Vorfeld des PJs habe ich  mir in Hamburg einen PJ-Platz gesichert. So dachte ich zumindest. Absprachen mit Oberarzt und Personalbearbeiter und schriftliche Absicherungen waren dann im Endeffekt aber nichtig, denn an den Hamburger LehrkrankenhĂ€usern werden PJ-PlĂ€tze nur ĂŒber das eigene Internetportal verteilt. Keine Ausnahmen.
Ich habe mich im Gutglauben logischerweise nur in Hamburg beworben und stand auf einmal ohne Platz da.
GlĂŒcklicherweise konnte ich 3 Tage nach Bewerbungsfrist noch in Göttingen meine Bewerbung einreichen. (Danke)

So kam ich zu meinem PJ-Platz in der Dermatologie in Bremen. Genug PrÀambel, los geht's mit dem eigentlich Blogpost.

 

Die Dermatologie im Klinikum Bremen Mitte ist in 3 Bereiche aufgeteilt, durch die man als PJler rotiert.
1. Tagesklinik
2. Konservative Station
3. Dermatochirurgische Station

Mit mir zusammen haben 2 andere PJler in der Dermatologie begonnen. FĂŒr jeden Bereich also eine Person.
Am ersten Tag wurden wir von dem Chef der Klinik kurz begrĂŒĂŸt, im Team willkommen geheißen und uns wurden die AblĂ€ufe erklĂ€rt. FĂŒr jeweils drei Wochen wurden wir einem Bereich zugeteilt.
Ich hatte das GlĂŒck die ersten drei Wochen im OP zu verbringen. Morgens um 8:00 Uhr ging die Arbeit los. 16:30 Uhr ist Feierabend. Ich bin nie lĂ€nger geblieben.

Von der Assistenzebene bis zur Chefebene waren alle Ärzte durchweg sehr freundlich und erklĂ€rten viel. Auch das Pflegepersonal ist sehr nett und hilft den praktisch doch eher unerfahrenen Studenten gerne weiter.

Chirurgische Station
FĂŒr mich als PJler waren die Aufgaben auf der Chirurgischen Station jeden Morgen von ca. 8:00-10:00 Uhr die venösen ZugĂ€nge fĂŒr die OP-Patienten zu legen, Blutentnahmen und die eine oder andere Patientenaufnahme. Patientenaufnahmen auf der chirurgischen Station sind aber sehr kurz, da die gesamte OP-AufklĂ€rung etc. schon im Vorfeld durch den Arzt erfolgt.
Um 10:00 Uhr hieß es dann "Ab in den OP". Fand ich super. Die erste Woche steht man viel daneben, assistiert etwas und wenn man sich gut anstellt, darf man auch schon nĂ€hen. Wenn man sich dann immer noch gut angestellt hat, darf man ab der zweiten Woche unter Aufsicht der OberĂ€rztin kleine Eingriffe selbst durchfĂŒhren und vor allem viel nĂ€hen.
Als ich PJ gemacht habe, gab es zwei sehr kompetente OberĂ€rztinnen fĂŒr die Chirurgische Station, die viel erklĂ€rten und viel beigebracht haben.
Der Chef operiert auch, jedoch in einem eigenen Operationssaal und meist ohne Studenten. Ab und an hatte ich aber auch dort die Möglichkeit zu assistieren.
Um einen kleinen Überblick ĂŒber das Operationsfeld zu geben: Es werden alle Formen von Hautkrebs operiert, Melanom OPs mit Sentinel Lympknoten Entfernung, Defektdeckungen bei Ulzerationen & Lappenplastiken etc..
Die OP-Zeit war sehr spannend und eine sehr lehrreiche Zeit. Ich konnte meine chirurgischen Fertigkeiten weiter ausbauen.

Einige meiner Kollegen sagen, dass sie in der Derma mehr operieren durften als im gesamten Chirurgie Tertial.

Tagesklinik:
Nach den chirurgischen drei Wochen ging es fĂŒr mich in die Tagesklinik. Dorthin kommen u.a. Patienten zur Testung von Allergien, zur Lichttherapie und Patienten mit dermatologischen Erkrankungen, die nicht mehr stationĂ€r behandelt werden mĂŒssen.
Meine Aufgaben als PJler waren morgens bei den Testungspatienten venöse ZugĂ€nge zu legen, vereinzelt Blutentnahmen zu machen und kleine chirurgische WundsĂ€uberungen durchzufĂŒhren (Debridement).
Ebenso Aufgabe der PJler in der Tagesklinik ist die erste Sichtung und Anamneseerhebung von "Notfall"-Patienten. "Notfall"-Patienten, sind Patienten, die mit akuten Hautproblemen ins Krankenhaus kommen. Im Anschluss wird mit einem Assistenzarzt besprochen, wie das weitere Vorgehen ist.

 

Konservative Station:
FĂŒr den dritten Abschnitt befand ich mich auf der konservativen Station. Als PJ-Student lĂ€uft man jeden Morgen bei den Visiten mit. Der leitende Oberarzt ist sehr engagiert, stellt jeden Tag Fragen zu den Krankheitsbildern der Patienten. Wenn ich die Antwort nicht wusste, war das nicht weiter schlimm, sondern der Oberarzt hat die Antwort auf seine Frage dann kurz und knapp selber erlĂ€utert. Defintiv eine sehr lehrreiche Zeit.
Nach den Visiten fallen auf der Station fĂŒr die PJ-Studenten viele Aufgaben an. Blutentnahmen durchfĂŒhren und venöse ZugĂ€nge legen sowie stationĂ€re Patientenneuaufnahmen machen. Mittags wurden die Neuaufnahmen dem Oberarzt vorgestellt. Nachmittags sind dann hĂ€ufig nochmal 1-2 neue venöse ZugĂ€nge zu legen und kleine operative Eingriffe durchzufĂŒhren, vor allem Hautbiopsien entnehmen.

Nachdem ich mit der Rotation durch war, hatte ich das GlĂŒck nochmal 3 Wochen in den OP zu dĂŒrfen.

FĂŒr alle PJ-Studenten des Klinikums Bremen Mitte besteht die Möglichkeit an tĂ€glichen Fortbildungen der verschiedenen Kliniken teilzunehmen. Das ist wie im Studium: in der ersten Woche am besten zu jeder Veranstaltung hingehen und danach evaluieren, was Sinn macht.
Mir hat am besten die wöchentliche EKG -Fortbildung gefallen. Der Seminarleiter bringt 10 pathologische EKGs fĂŒr jeden Studenten mit und gemeinsam wird das jeweilige EKG erarbeitet.

ResĂŒmierend war das Praktische Jahr in Bremen Mitte eine super Zeit und sehr lehrreich.
Mir hat es so gut gefallen, dass ich auch direkt nach dem Studium begonnen habe dort zu arbeiten.

Wer ĂŒber Dermatologie als Fachrichtung nachdenkt, dem kann ich nur ans Herz legen eine Famulatur oder ein PJ-Tertial bei uns im Klinikum zu absolvieren.

FĂŒr Interessierte hier ein Kontakt des Sekretariats:  Vera.Schinowski(at)Klinikum-Bremen-Mitte.de